Bensberger-Mediations-Modell

Das Bensberger Mediations- Modell ist ein Angebot an Kindergärten/Kindertagesstätten, Grundschulen, Sonderschulen und alle Schulen der Sekundarstufen I und II.

Verwirklichung in pädagogischen Handlungsfeldern 

Das geschieht durch:

  • intensive Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern, Erzieherinnen und Erziehern in Mediation;
  • Durchführung von Trainingsprogrammen zur Konfliktlösekompetenz (Klassenprogramme, Hosentaschenbuch, Sozialtraining…).

Rote Fäden

Feste Rituale führen zu konstruktiven Verhaltensweisen und ermöglichen eine Langsamkeit im Prozess des Konfliktgesprächs. Der Prozess wird so vertieft und der Frieden dauerhafter. Das bedeutet für den Verlauf:

  • drei feste Regeln: zuhören, nicht beschimpfen, ausreden lassen;
  • Gefühle zum Ausdruck bringen;
  • Anteile am Streit zugeben;
  • Empathie verstärken, in einem Rollenwechsel „in den Schuhen des anderen laufen“, um dabei den anderen besser verstehen zu lernen. Der Rollenwechsel kann auf besondere Weise zum Umdenken, zur Umkehr bewegen.
  • Bei den Lösungen Eigenständigkeit und Selbstverantwortlichkeit zulassen.

Trainingsprogramme in Kindertagesstätten und Schulklassen

Beim Bensberger Mediations- Modell üben alle Kinder vom Elementarbereich an bis zum 6. Schuljahr in Gruppen oder im Klassenverband mit Bausteinen zum Mediationsverfahren. Das Training vermittelt die zugrunde liegende Einstellung, die entsprechenden Verhaltensweisen und Rituale. Durch regelmäßiges Üben lernen die Kinder Handwerkzeug für die Anwendung im realen Konfliktfall.

Praxisauswertung einer Erzieherin in einer Kita in Greifswald

Bärbel sagt:
Ich bin selten so begeistert von einer Methodik. Es funktioniert bei den Kindern von Anfang an gleich mit dem Erst-Hilfe-Buch. Ich habe sofort losgelegt. Wenn die Kinder mit ihren üblichen Entschuldigungen kommen, frage ich jetzt immer „Fällt dir noch was anderes (der Wiedergutmachung) ein?“ Selbst von unseren Integrationskindern haben zwei Kinder diese neue Konfliktlösung verstanden. Auch bei Mitarbeitern habe ich es mal ausprobiert und erreicht, dass sie eine andere Sichtweise angenommen haben.

Erfahrungsbericht 1

Ich erwartete die erste BMM-Weiterbildung mit großer Spannung.
Diese Weiterbildungsstunden brachten für mich so viele neue Erkenntnisse, dass in meinem Kopf ein furchtbar großes Chaos herrschte.
Ich möchte nur mit einem Beispiel arbeiten.

KONFLIKTBEWÄLTIGUNG NACH DEM ERSTE HILFE- BUCH.

Das konnte ich gar nicht für mich annehmen. Ich stellte mir meine Gruppe vor und die Konflikte, die im Alltag bei uns auftreten. Es war für mich unvorstellbar, diese Konflikte nach dieser Methode zu lösen.
Im Arbeitsalltag angekommen, siegte natürlich meine Neugier.
Auf einen Konflikt brauchte ich nicht sehr lange warten. Ich habe es versucht, diesen Konflikt mit Hilfe des ERSTE HILFE- BUCHES zu lösen.  Anfangs war ich sehr unsicher. In meinem Kopf herrschte immer noch ein völliges Durcheinander. Aber meine Gedanken sortierten sich so langsam.
Was soll ich schreiben, es klappte! Der Konflikt wurde ruhig und sachlich gelöst.
Die weiteren Fortbildungsstunden entwirrten die restlichen durcheinander geratenen Gedanken.
Anne und Ursula haben aber auch die Gabe, Unsicherheit in Sicherheit und Unklarheit in Klarheit zu verwandeln.
Wir haben viele Ideen vermittelt bekommen, die wir in unserer praktischen Arbeit anwenden können.
Einiges habe ich bereits angewendet und kann behaupten, dass diese Beispiele in unserer Arbeit, gut umsetzbar sind.

Erfahrungsbericht 2

Das Kennenlernen von BMM ermöglicht mir völlig neue Perspektiven und Möglichkeiten in der Konfliktlösung. Indem die Schuldfrage nicht mehr der zentrale Punkt des Konfliktes ist, kann ich empathischer beiden Streitparteien gegenüber reagieren. Die Konfliktparteien finden ihre Lösung selbst, ich bin als Erzieherin nicht mehr „Richter“, sondern Begleiter. Selbstgefundene Lösungen finden bei den Kindern eine viel größere Akzeptanz. Individuelle Lösungen sind jetzt möglich, sie müssen nicht mehr „allgemeingültig“ sein.
Für mich als Erzieherin eröffnet BMM zugleich einen neuen Zugang zur Bedeutung der Gefühle und deren Entwicklung für Kinder. Ich bin bestärkt in meiner Überzeugung, dass die Entwicklung von sozialen Kompetenzen eine überwiegende Bedeutung für eine erfolgreiche Lebensbewältigung in zukünftigen Gesellschaften einnimmt.

Erfahrungsbericht 3

...eine Woche ist vorbei und anbei ein erstes kurzes Feedback.
Ich bin wirklich begeistert, habe sehr schnell die Anleitungen aus dem erste Hilfe Buch umgesetzt.
(ohne Anleitung für die Kinder erst mal)
Hätte mir  niemals solche Erfolge erträumt, super einfach super.
Die Kinder haben toll auf die veränderte Konfliktbewältigung reagiert
und auch ich habe gemerkt, dass ich solchen Dingen schon mit vielmehr Gelassenheit begegne.
Nächste Woche will ich anfangen Gefühle zu bearbeiten.

Kinderhaus Regenbogen 

  • evangelische KITA mit Hort
  • Hort hat 23 Plätze
  • altersgemischte Gruppe
  • 70% der Kinder im Hort haben Auffälligkeiten im Verhalten
  • und im sozio – emotionalen Bereich
  • 50% der Kinder im Hort zeigen Beeinträchtigungen im Lernenmehr Jungs im Alter zwischen 8-10 Jahren als Mädchen im Hort