Willkommenskultur kann von Schule ausgehen - wenn Schüler die Gewaltfreie Kommunikation erlernen, haben sie ein Instrument in der Hand, um sich friedfertig mit allen Kulturen austauschen zu können. Projekt f. Migrationsschüler

 

Der Schülerrat der Kosegartenschule in der Stadt Wolgast plant ein gemeinsames Projekt von deutschen Schülern und Schülern mit Migrationshintergrund  im  Rahmen des Bundesprogrammes „Demokratie leben!“,Programmbereich „Partnerschaften für Demokratie“ 

Angedacht sind dafür 4 Tage im Sommer 2016 jeweils Freitags und Samstags von 6 Stunden

 

Die Gewaltfreie Kommunikation (GfK) gibt Schülern die Möglichkeit, untereinander und im Austausch mit anderen Kulturen Konflikte leichter zu besprechen, da in den vier Schritten, die gemeinsam erlernt werden, wie

Beobachtung - von Bewertung und Interpretation trennen
Gefühle          - Unterscheidung von echten Gefühlen und sog. Tätergefühlen,                   
Bedürfnisse   - mitteilen und nicht Schuldzuweisungen und Beleidigungen
Bitten             - so konkret wie möglich zu formulieren

Gerade bei den Bedürfnissen ist für alle Teilnehmer erkennbar, dass sie universell sind, also auf der ganzen Welt  gleich. Bedürfnisse werden  der gemeinsame Nenner, um ein besseres Verständnis für verschiedene Kulturen zu fördern und die Willkommenskultur nicht nur in einer Schule, sondern in einer ganzen Stadt voran zu bringen.

Konflikte gibt es jeden Tag, für Erwachsene genauso, wie für Schüler. Und natürlich auch in der Zusammenarbeit mit Migrationsschülern.

Deshalb wird  der Schülerrat der Regionalschule Kosegarten  ein Projekt beantragen, um  Konflikte gemeinsam anzugehen und besprechen zu können. Sie wollen nicht übereinander sprechen und evtl. abwerten, sondern für alle   Kulturen eine breite Ausgangsbasis für Konfliktgespräche finden. Sie  wollen mit Hilfe der Gewaltfreien Kommunikation ein Handwerkszeug erhalten, dass  sie  als Multiplikatoren anwenden und in den Klassen weitergeben können. Hierfür sind von den Schülern Peerleader ausgesucht, die diese Methodik erlernen und als Multiplikatoren in ihren Klassen weitergeben werden. Angedacht ist ein weiterer Austausch in Arbeitsgruppen, um weitere Interessierte in die Methodik einzuführen - also einen Multiplikationseffekt zu erreichen. Als zusätzlicher Nebeneffekt, werden auch die Herkunftsfamilien in dieses Modell der  Konfliktlösungsmöglichkeit hinein wachsen und dabei viel über die deutschen Werte erlernen. Genauso wie auch die deutschen Schüler viel über die Werte anderer Kulturen lernen werden. Eine der besten Möglichkeiten um sich aufeinander zuzubewegen und zu bereichern. 

Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg ist nicht nur eine rhetorische Möglichkeit, um Beleidigungen die Spitze zu nehmen, sie impliziert auch eine starke respektvolle Haltung allen Menschen gegenüber -  egal ob arm oder reich, Jungen oder Mädchen, egal aus welchen Kulturen.

Wenn man gelernt hat, Beleidigungen in Bedürfnisse umzukehren, um damit die Not des Gegenübers zu begreifen und  sich selbst trotzdem mit seinen eigenen Werten darzustellen und authentisch mitzuteilen, bietet die Gewaltfreie Kommunikation eine der besten Voraussetzungen um eine lebendige Willkommenskultur gelingen zu lassen.

Vorgehensweise:
Gewalt- und Konfliktdefinition
Aggressionsmodelle
Wertschätzungsübungen
aktives Zuhören

Giraffen- und Wolfssprache

die vier Schritte der GfK - Beobachtung - Gefühl - Bedürfnis - Bitte

Rollenspiele, um das Erlernte für den Schulalltag anwenden zu können