Der Gemobbte

Handlungsmöglichkeiten mit dem Mobbingopfer

Mit dem Gemobbten werden in einem separatem Raum von einem unserer Trainer folgende Punkte schriftlich auf einem Flippchart festgehalten:  

  1. Was wünsche ich mir von der Klasse?
  2. Was schätze ich an der Klasse?

In der Zwischenzeit erarbeitet ein anderer Trainer schriftlich mit der Schulklasse genau die gleichen  Punkte:  

  1. was wünschen wir uns von......Name der Person
  2. was schätzen wir an ......

Zu Punkt 1

formulieren wir positiv um, was die Schüler an dem Gemobbten auszusetzen haben und wünschen, dass er es verändert.

Zu Punkt 2

ist wichtig, dass die Aufwertung und Wertschätzung seiner Person zum Schluss erfolgt um dem ganzen eine neue Dynamik zu geben. (Sollte es möglich sein, werden wir bitten, dass sich der Gebmobbte sich mit seinem Stuhl in die Mitte setzt, so dass er sich bei jedem, der eine Wertschätzung vorbringt, bedankt)

Mit den Wünschen der Klasse an den Gemobbten kann dieser in Zukunft an sich arbeiten, da er genau erkennt, was er bei sich verändern sollte, damit er wieder anerkannt wird. Hier greift der peer-group-Einfluss - und für uns zeigt es sich, dass dies wirkungsvoller ist, als wenn wir Erwachsenen mit dem pädagogischen Zeigefinger arbeiten würden. Sollte Konfliktvermittlung an der jeweiligen Schule installiert sein, bitten wir um eine Vorarbeit der Konfliktvermittler, ihrer Teilnahme an diesem Prozess und einer Weiterbegleitung. Ist dies nicht der Fall, wird eine weiter betreuende Lehrkraft mit herangezogen.

Mit den Schulsozialarbeitern stehen wir zusätzlich weiterhin in engem Kontakt, um uns von Veränderungen berichten zu lassen und weitere Vorgehensweisen besprechen zu können. Manchmal kann daraufhin ein einzelnes Elterngespräch der Betroffenen oder ein Elternabend als Information für die ganze Klasse weiter helfen.

Wir werden bei diesem Projekt immer „Hilfe zur Selbsthilfe“ anbieten. Mobbing-Ag's anregen und begleiten und für öffentliche Aufklärung in den Schulen durch Projekttage oder durch Medienberichte sorgen. Ein erstes Nothilfeprogramm wird von uns als Mappe zusammengestellt und kann dann ausgelegt werden.

Lächerlichkeit und eine darauffolgende größere Demütigung gegenüber dem Mobbing-Opfer ist durch unsere Verfahrensweise bisher ausgeschlossen gewesen.