Kompetenz von Lehrern

Lehrerinnen und Lehrer brauchen psychosoziale Kompetenz 

Der erfolgreiche Umgang mit Konflikten gehört zu den herausragenden Kompetenzen der Lehrerin bzw. eines Lehrers.

Verliert er diese Fähigkeit, dann kommt es zu Verunsicherungen in der Klassengemeinschaft. Das Vakuum wird nur schwer ausgehalten. Sehr schnell ergreifen einzelne Schüler oder Schülerinnen die sich bietende Chance, selbst Macht auszuüben. Sie scharen verunsicherte 

und willige Schülerinnen und Schüler um sich und bauen in kürzester Zeit eine Machtstruktur auf, die in der Konsequenz auch zu Mobbing führen kann. 

Lehrerinnen und Lehrer haben in der Regel eine gute Fachausbildung erhalten. Auch die didaktisch-methodische Arbeit haben sie spätestens im Rahmen des Referendariats gelernt. Aber sie sind während ihres Studiums nicht angemessen mit gruppendynamischen Prozessen und den innerseelischen Mustern der in den Gruppen agierenden Personen vertraut gemacht worden. Die daraus resultierende Hilflosigkeit gegenüber bestimmten Situationen kann zu Stress mit all seinen schlimmen Folgen führen.

Machen Sie Mobbingsitutaionen zum Lernfeld für psychosoziale Prozesse, wobei es immer auch darum geht, die Gefühle zu beachten.  

Damit Sie im Team konstruktive Erziehungsarbeit leisten können, ist es erforderlich, dass die einzelnen Mitglieder über ein hinreichendes Maß an emotionaler Kompetenz verfügen. 

  • Kompetentes Verhalten zeigen Lehrerinnen und Lehrer, die ihren Schülerinnen und Schülern eine emotional tragende Beziehung anbieten. Sie berücksichtigen die Beziehung in ihren Überlegungen mit und reflektieren ihre Arbeit nicht nur unter didaktisch-methodischen Gesichtspunkten. Beziehungen sind konstruktiv, wenn sie eine zugewandte emotionale Komponente haben. Voraussetzung dafür ist das Wahrnehmen eigener Gefühle im Wechselspiel mit denen anderer Menschen.
  • Kompetente Lehrerinnen und Lehrer verfügen über Deutungswissen und können Interpretationsverfahren anwenden. So sind sie in der Lage, individuelle und gruppendynamische Verhaltensweisen ihrer Schülerinnen und Schüler zu verstehen und angemessen zu handeln.
  • Sie können ihre eigenen Kräfte richtig einschätzen und sich somit auch vor Überforderung schützen. Sie verfügen mindestens über Strategien eines erfolgreichen Umgangs mit Mobbingsiituationen.
  • Kompetentes Lehrerverhalten zeigt sich vor allem in der Wahrnehmung und Analyse von Verhaltensweisen, die aus frühkindlichen Bindungsmustern resultieren. So ist es möglich, dass sich Lehrkräfte nicht in die Inszenierungen ihrer Schülerinnen und Schüler verstricken lassen. Sie gehen konstruktiv mit Verhaltenseisen um, die aus unsicheren Bindungsmustern entstanden sind. So eröffnen sie ihren Schülerinnen und Schülern eine Chance, emotionale Sicherheit zu erwerben.
  • Sie regen das Lern- und Sozialverhalten ihrer Schülerinnen und Schüler nicht nur an, sie sind auch Unterstützerinnen und Berater. In Mobbingsituationen bieten sie den betroffenen Schülerinnen und Schülern durch ihr kontinuierliches Interesse und ihre Handlungskompetenz Schutz.
  • Kompetente Lehrkräfte wissen, dass sie nicht nur Vermittler von Lerninhalten sind, sondern dass ihr Verhalten in den unterschiedlichsten Situationen Vorbildcharakter hat. Damit werden sie selbst in ihrem emotionalen, sozialen und kognitiven Verhaltne zum Inhalt von Lernprozessen.
  • Kompetente Lehrkräfte befinden sich in einem lebenslangen Lernprozess. Sie praktizieren Teamarbeit. Sie wissen und beherzigen, dass ein Gelingen ihrer komplexen Arbeit nur möglich ist, wenn sie weiter Zugang zu ihren Gefühlen haben. Sie wissen und beachten, dass emotionale Kompetenz das Fundament erfolgreicher Lernprozesse ist.