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Mobbing-Berichte

von Trainern des Vereins, Lehrern, Schulsozialarbeitern, Betroffenen und Konfliktvermittlern

Ein ganz normaler Projekttag zu Mobbing in einer 5. Haupt- u. Realschulklasse  

Es fand ein Vorgespräch mit der Klassenlehrerin statt. 

Die Klasse  sei von verschiedenen Schulen  in diesem Sommer zusammengewürfelt worden..

Viele Kinder, die von Dorfschulen kamen, fielen ihr wegen Verrohung und Undisziplin auf.

Wegen dieser fehlenden Disziplin und wegen Beleidigungen, die manche Kinder wegen ihrer Namen bekamen, sollten wir mit der Klasse im Bereich Mobbing arbeiten..  

Den Kindern wird erklärt, dass nur derjenige spricht, der den Ball in der Hand hat. Wir stellen uns kurz und knapp vor und  fragen die Kinder als Einstieg „was brennt Euch unter dem Nagel, was möchtet Ihr in der Klasse verändert haben?“

Es sind 25 Kinder im Raum, einige bereits das zweite Mal in der 5. Klasse, deswegen erscheinen manche so groß zwischen den anderen Zwergen. Wir haben einen Schultag zur Verfügung um auf ihre Mobbingfälle einzugehen. 

Es äußern ca. 10 Jungen, dass sie es gut finden, neue Freunde gefunden zu haben und schlecht, dass es zu laut in der Klasse sei. Selbst wenn sie lernen wollten, könnten sie nur schwer etwas mitbekommen. Einer setzt noch eins drauf und meint, dass es nicht gut sei, dass sie in manchen Pausen im Klassenraum bleiben müssten, das würde eine solche Lautstärke erreichen, die ihm unerträglich würde.  

Doch dann geht es richtig zur Sache: 

Das erste Mädchen in der Runde, etwas dicklich in der Erscheinung, ist empört, dass sie einige „Boulettenklops“ nennen würden.  

Wir fragen, was sie dabei empfinde. Sie erklärt, dass sie wütend sei. Wir  unterstützen sie, laut und deutlich in dieser Klassenrunde unter Zeugen zu sagen, dass ab sofort keine Beleidigung mehr gesagt werden dürfte.  

Wir fragen nach Unterstützern, die dabei helfen wollen, dass dies nicht mehr geschieht. Es melden sich sieben Kinder. Wir setzen einen Vertrag auf, indem die sieben Opfer-Helfer geloben, ihr in Zukunft beizustehen und den anderen ausdrücklich zu sagen, dass sie mit Beleidigungen ihr gegenüber nicht einverstanden sind.  

Das zweite Mädchen in der Runde: ärgert sich, dass die anderen  sie „Banane“ nennen. Das würde weh tun. Sie ist sehr zart in ihrer körperlichen Statur und krümmt sich meist nach vorn, als würde sie jederzeit Nackenschläge erwarten. Als einer der Jungen sagt, dass doch auch ihre Mutter sie so nenne, bekennt sie weinend,  

„das ist meine Stiefmutter und die beschimpft mich zuhause andauernd   Ich habe schon versucht mich zu wehren. Auch mein Vater redet immer mit ihr. Doch sie hackt immer wieder auf mir herum und wenn ich dann weinen muss...............“ Sie weint tatsächlich los in ihrem Kummer. Wir setzen uns zu ihr und trösten sie. Sie macht sich fast unscheinbar und rutscht immer mehr in ihren Stuhl.... leise stammelt sie  

„Wenn ich dann weinen muss, schreit sie jedes Mal, dann geh doch zu deiner richtigen Mutter, aber die will mich doch nicht................“

Alle Kinder sind betroffen. Wir Erwachsenen ebenfalls. Wir bestätigen ihr, dass so etwas weh tut. Einige Mädchen tauschen mit uns die Plätze und trösten sie.  

Wie meist in solchen Mobbingfällen wussten die Kinder  und die Lehrerin  nicht, dass dieses Mädchen von ihrer Stiefmutter zuhause so gedemütigt wird.

Es ist die ganze Zeit nicht mäuschenstill aber doch so konzentriert, dass alle an den Äußerungen der Betroffnen sehr interessiert waren.

Eine unserer Trainerinnen sagt in diese Betroffenheit hinein „ich glaube, hier wird keiner mehr Banane zu dir sagen und darüber braucht auch kein Vertrag ausgestellt werden“  

Der Wunsch des Mädchens  ist, dass die Lehrerin mal mit ihrer Mutter sprechen möge.

Eine weitere Schülerin erzählt, dass sie darunter leide, in der Klasse nicht aufgenommen zu sein. Alle würden sie ignorieren und in der Pause nicht mit ihr reden wollen. Die Mädchen-„Clique“ schaut sich bedeutungsvoll an und schämte sich offensichtlich. Wir fragen behutsam „Möchtest Du gerne von den anderen akzeptiert und angenommen sein? Möchtest du auf dem Schulhof, dass die anderen mit dir reden?“ Sie nickt nur....Wieder melden sich viele der  Mädchen (auch einige aus der Clique) und wollen ihr von nun helfen und versuchen, sie zu integrieren. Auch hierüber wird ein Vertrag ausgestellt.  

Wir lassen die Schüler eine Übung machen.

Dazu bilden  alle einen sehr engen Kreis, sie soll sich so in die Mitte stellen, dass sie sich auf Armeslänge auf unsere hochgehaltenen Hände fallen lassen kann.. Sie muss dabei die Augen schließen und sich im Kreis hin und her pendeln lassen. (Wichtig ist bei so einer Vertrauens-Übung, als Erwachsener mitzumachen damit keiner sie fallen lässt). Sie schließt zwar nicht die Augen, doch das Fallenlassen genießt sie.  

Doch die Sorgenkinder wollen kein Ende nehmen. 

Es meldet sich ein  Junge : 

„ die anderen nennen mich  magersüchtig , weil ich  so dünn bin. Sie schlagen mich und schubsen, ich habe Angst mich zu wehren“.  Die Klassenlehrerin ermuntert ihn, seine Geschichte zu erzählen.

„Die anderen wissen es nicht…..mir hat vor zwei Jahren ein Junge in die Magengrube geboxt.  Ich muss mich jetzt öfter übergeben und kann nicht soviel essen. Doch was viel schlimmer ist,  dass die ehemals geplatzte Ader, wieder aufplatzen kann. Die Ärzte sagen, ich kann daran sterben.“.

Totenstille im Klassenraum. Alle Schüler sind erschüttert. Viele Schüler beteuern, von all dem nicht gewusst zu haben. Jetzt erst würden sie die Empfindlichkeit mancher Schüler besser verstehen. 

Sie vereinbaren untereinander Regeln und Wünsche, des besseren Umgangs miteinander, die wir schriftlich auf einem großen Plakat festhalten. Sie werden dieses Plakat in ihrer Klasse aufhängen und sich von nun an, an ihre Wünsche gegenseitig  erinnern.  

Dieses Aussprechen ihrer Ängste  war der erste Schritt, doch der zweite und dritte muss folgen…wie……..?

Einsatz in einer 6. Realschulklasse 

Eine Schulsozialarbeiterin bittet uns, an einem Problem der Klasse zu arbeiten.

Seit Jahren herrsche Krieg zwischen einigen Familien in dem Dorf. Nun würde dieser Krieg auch in der Klasse zwischen den Schülernn zwischen Cousin und Cousine ausgetragen

Die Mutter des Mädchens hatte versucht, den Familienkrieg soweit in die Klasse hineinzutragen, dass der Cousin die Klasse angeblich aufgehetzt hatte,  die Cousine aus dem Fenster zu werfen.. Die Mutter hätte die Polizei gerufen. Auf Befragen der Schulleitung wäre der Sachverhalt ganz anders gewesen:

Das Mädchen hätte die ganze Sache enorm aufgebauscht. Niemals hätten die Schüler beabsichtigt, die Cousine aus dem Fenster zu werfen. Aber der Zustand ist inzwischen so, dass jeder gegen jeden intrigiert. Ein normaler Unterricht wäre nicht mehr möglich 

Als wir mit der Klasse arbeiten,  definieren die Mädchen folgende Eskalation in  der Klasse, mit der sie nicht mehr einverstanden wären : 

  • Gegenseitig Unterstellungen ausgesprochen (die sie von zuhause mitgebracht hätten)

  • Sachbeschädigungen an Schulmappen und Arbeitsheften

  • Wenn Kleidung nicht modern ist, wird gehänselt

  • Gerüchte werden in die Welt gesetzt

  • Beleidigungen über das Aussehen, ob anders oder nicht so hübsch

  • Hänseleien, wenn eigene Meinungen vertreten werden

  • Gewaltanwendungen, bis hin zu Verletzungen

  • Drohungen: ziemlich glaubhaft vorgetragen „wir werfen dich aus dem Fenster“, bis schließlich eine Mutter intervenieren muss

  • Partei ergreifen für einzelne Mitschüler bis hin zu gespaltenen Lagern

  • Aufhetzen der ganzen Klasse gegen einzelne Schüler

Wo anfangen? 

Die Mädchen schlagen vor, erst einmal den Fall Michael zu besprechen.

Michael  wird wegen seiner unmodernen Kleidung gemobbt. Die Jungens werden ihm gegenüber handgreiflich und ziehen öfter mal den Stuhl weg.

Opfer-Helfer sind schnell gefunden. Es wird ein Vertrag aufgesetzt. 

Durch Ideenfindung der Schüler kommen wir überein, dass sie untereinander Vereinbarungen treffen wollen um zu signalisieren – stopp…ich will diese Gewalt nicht. Jetzt hört der Spaß für mich auf. 

Typisch:

Die Mädchen stellen fest, Michael lacht oftmals weiter, wenn er geschlagen wird. Auf unsere Befragung hin, gibt er zu, dass er vieles gar nicht so spaßig findet. Doch richtig laut und konsequent hätte er sich bis jetzt nicht gewehrt. 

Wir zeigen das Peace-Zeichen mit den Fingern. Es kommt bei ihnen an und sie wollen es bei der nächsten Grenzüberschreitung anwenden.  

Wir regen eine Aufwertungsrunde (das warme Bad) für den Gemobbten an. Die Mädchen sind begeistert. Tobias bekommt viel Lob von all seinen Mitschülern.  

Die Situation wird in der Klasse endlich entspannter.

Da die Mädchen so offen und ehrlich waren, fragen wir sie nun direkt, ob sie untereinander Probleme hätten. Unterschiedliche Wahrnehmungen werden geäußert. Wir beobachten, wie es die „Cousine“… nennen  wir sie mal Sybille,

genießt, dass nun endlich über sie gesprochen wird – auch wenn einiges davon kränkend für sie ist.  

Die Mädchen bleiben offen und ehrlich und gestehen ein, dass sie Sybille aus allem ausschließen, sie beleidigen und die Jungen sie auch öfter gewalttätig angreifen würden.  

Nach der Aussage einiger Wort führenden Mädchen: „Sybille intrigiert gerne und versucht die ganze Klasse gegeneinander aufzuhetzen. Sie ist der Auslöser für viele Gewalthandlungen. Besonders dadurch, dass die Mutter kräftig mitmischt, ruft einzelne Eltern zuhause an, beschimpft und beschuldigt sie. Die Elternhäuser hetzen wiederum die Schüler gegeneinander auf.“ 

Wir erklären das Schema der Eskalation und der Deeskalation.

Die Jugendlichen finden folgende Lösungen: 

  • Ausländer, die in die Schule kommen, werden geachtet

  • Konflikte, die geklärt sind, werden nicht wieder aufgewärmt

  • Streitgespräche werden allein ohne Eltern geklärt, nur unter Zuhilfenahme der Konfliktvermittler oder der Schulsozialarbeiterin.

Diese Punkte wollen sie auf einem Elternabend den Eltern vortragen, um endlich Ruhe in die Elternhäuser und in ihre Klasse zu bringen.  

Mobbingschilderungen von Pädagogen, Schulsozialarbeitern und

Jugendlichen

 

Bericht einer Lehrerin

Briefe der Schüler an Sabine:

Brief 1

Ich wollte dir nur sagen, daß du scheiße bist. Also kommen wir zur Sache:

Du rennst wie eine Ente beim 60 meter Sprint, obwohl die Ente wäre schneller als du Schlampe. Ach übrigens wie geht es deinem Freund?
Ich würde sagen du hast schon mal mit deinem Freund ...., du bist ja sowieso eine Nutte. Was ich dir sagen wollte, wir als Klasse verstoßen dich

mit herzlichen Grüßen

Brief 2

Ich komme gleich zum Punkt. Ich hoffe du heulst nicht rum und gehst petzen. Also wir finden, du hast nen Knall. Eine dumme Spinatwachtel bist du auch. Wir finden deine Art, wie du dich verhälst total ätzend. Selbst....
kennt kein anderes Wort außer Scheiße, das zu dir passt.
Du stinkst aus dem Mund. Du kennst ja nicht mal das Wort Wasser, denn du stinkst, als wenn du in der Mülltonne schläfst. Eigentlich haben wir das Thema schon durch aber du gehst uns solange auf den Zeiger, bis wir ausrasten. Denn dein Brief an uns war hart. F. ist zickig? Du bist doch nur neidisch, weil du nicht so beliebt wie sie ist. Und was mich angeht, da hast du mal schön dein dummes Maul zu halten oder besser gesagt, dein Entenschnabel. Sonst kriegst du welche in die Fresse. Tschau du alte Sau.

Brief 3

Das was die anderen alles sagen, ist zwar gemein aber das meiste ist wahr. Ich will dir noch was sagen:
Du bist blöd, hässlich, eingebildet und ätzend. Du wirst noch öfter solche Briefe bekommen. Das war nur der Anfang. Es wird vielleicht noch schlimmer als damals, krimineller, schlimmer und gruseliger. Der Tot schleicht einen hinter her und nun ist er hinter dir her. Viel Spaaaaß:  

Mit dem Einverständnis von Sabine habe ich Briefe, die von einer 7. Klasse an sie geschrieben wurden, weitergeleitet. Ich weiß und sie auch, dass alle Namen abgeändert werden.  Es geschieht also mit ihrem Einverständnis. Es wurden gemeinsam mit der Schulleitung viele Gespräche geführt.

Es war eine ganz schlimme Situation. Bei einer Abstimmung (soll Sabine in der Klasse bleiben?) stimmten 100 % für - Nein -

Sabine verlas dann ihren Brief an die Mitschüler. Es wurden Einzelgespräche geführt. Die Situation besserte sich, war aber immer noch nicht optimal. Sie entspannte sich erst, als die "Hauptmobber" die Klasse verließen um zum Gymnasium zu wechseln.

 

Liebe Mitschüler,

ich gehe gerne in diese Klasse, weil alle sich gut verstehen, man kann mit Euch erzählen, spielen und Spass haben. Es ist schön in eine so nette Klasse zu gehen.
Aber mich stört, wie manche mit den anderen umgehen - z.B. F......
Sie ist manchmal zickig, das respektiere ich. Wenn F. und ich uns streiten, dann hat sich keiner ein zu mischen, dass muss ich mit ihr selbst klären.

K.... hat ne große Klappe. Sie ist sehr schn ell wütend o.k. Sie kann auch nett sein, aber wenn sie wütend ist, dann schreit sie, beschimpft andere. Das finde ich nicht o.k. Denkt ihr etwa ihr seid was besseres, macht überhaupüt gar nichts, dass ich so reagiere. Ich sehe ein, ich habe auch Fehler, aber wer hat die nicht!

Wir könnten uns doch gegenseitig bei der Beseitigung unserer Fehler helfen!
Wie soll es weitergehen? Könnt Ihr mir das sagen?

Eure............

Bericht einer Schulsozialarbeiterin:

Susi aus einer 8. Klasse hat sich an mich gewandt. Der Konflikt hatte sich schon so zugespitzt, dass sie Angst hatte, dass Mitschülerinnen , die ebenfalls im gleichen Dorf, wie sie wohnten ihr auf dem Nachhauseweg auflauern würden. Es handelte sich um eine Mädchengang, die im Dorf bekannt war. Sie traute ihnen zu, dass sie sie zusammenschlagen würden.

Sie hatte also eindeutig Angst. Sie würde kaum noch aus dem Haus gehen.

Folgendes war laut ihrer Aussage passiert:

Susi hatte einen Jungen kennen gelernt und war nun seit einigen Wochen mit ihm befreundet. Er hatte, bevor er mit ihr ging, mit seiner ehemaligen Freundin Katharina die Beziehung beendet. Katharina hatte nun in ihrer Eifersucht alle anderen Mädchen der Klasse gegen sie aufgehetzt. Es wurde ihr jeden Tag mit Briefchen und SMS zugesetzt. Susi rechtfertigte sich und erklärte, dass sie Katharina nicht den Freund weggenommen hätte. Doch die Mädchen sagten ihr nun auch noch viele andere Dinge nach und  Susi kam in einen solchen Rechtfertigungsdruck, sie wollte endlich die Sache bereinigen. Das ganze spielte sich nicht nur in der Schule ab, sondern auch in ihrem Dorf, bis dann auch noch die Eltern sich einmischten und in die entsprechenden Elternhäuser gingen um sich bei verschiedenen Müttern zu beschweren.  

Dass eine Aussprache zwischen Katharina und Susi stattfinden müsse, kam nicht auf Vorschlag der Eltern sondern nachdem die Sache immer verzwickter wurde, von Susi selbst.

Susi wusste nämlich nicht mehr ein noch aus.  

Als Schulsozialarbeiterin habe ich die mir vier andere Mädchen dieser Gang benennen lassen und sie zu einem Mediationsgespräch eingeladen. Wir brauchten 2 – 3 Sitzungen, bis endlich alles geklärt war und diese üble Nachrede vom Tisch “Susi hätte Katharina den Freund ausgespannt“ 

Anmerkung zu diesem Fall: 

Als Schulsozialarbeiterin erlebe ich sehr häufig diese Konflikte von Eifersucht, Missgunst und Gerüchten der Mädchen unter einander. Es betrifft die siebten bis neunten Klassen. Die Mädchen sind oftmals nicht in der Lage, ihre Konflikte alleine untereinander so aufzuklären, dass auch wirklich alle Feinheiten und subtilen Unstimmigkeiten geklärt sind. 

Als Schulsozialarbeiterin bringe ich als unparteiliche Person eine neue Situation hinein. Ich rege eine andere Sichtweise an „hat sie das wirklich so gesagt….?“

Würden die Mädchen dies untereinander klären, würde eine gute Freundin die andere in ihrer Denkart nur bestätigen, da sie ja doch nicht so kritisch miteinander umgehen.  

Auch wir haben ausgebildete Konfliktvermittler an unserer Schule. Ich glaube aber, dass Achtklässler Bedenken hätten, vor Zehntklässlern ihre Intimitäten so zu äußern. Oftmals fehlt eine Vertrauensbasis. Die muss erst erarbeitet werden Ich rege nun an, dass die Konfliktvermittler in den unteren sechsten Klassen ein bis zwei Klassenleiterstunden mit den Schülern verbringen und auch in den Pausen dort präsent sind, wo die Kleinern sich aufhalten und die Brennpunkte bestehen.  Damit nicht nur eine Funktion hinter dem Konfliktvermittler steht sondern auch der Mensch bereits bekannt ist.  

Berichte von Schülern, die Konfliktvermittlung erlernen wollen.

Sie hatten  Mobbing beobachtet und möchten in Zukunft helfen

Zwei Schülerinnen: 

Wir beide haben ein Problem. Das geht von unserer Klasse aus. Wir sind keine einheitliche Klasse.

Vor etwa zwei Jahren: Da kam ein Neuer in die Klasse und er war nicht so wie die anderen. Er wurde viel geärgert. Er musste sich ändern, um bei den Jungens überhaupt anzukommen. Er hat sich tatsächlich total verändert. Er war vorher viel netter und selbstbewusster. Er war anders gekleidet, andere Lebenseinstellung – die hat er nun sehr verloren. Etwa ein Jahr hat er sich angepasst und kam dadurch halbwegs rein in die Klasse. Ich saß neben ihm und hatte mich mit ihm angefreundet.  Wir hatten ihm dabei geholfen, so dass er zu uns reinkam  in die Gruppe, doch dadurch wurden  wir unbeliebt. Nun ist es genau umgekehrt. Er ist beliebt und wir nicht.  

Nun ist wieder so ein Fall – da ist wieder ein Neuer in die Klasse gekommen. Wieder anderer Lebensstil – andere Klamotten – wieder haben wir den anderen erklärt, dass das normal ist – doch das hat die Klasse nicht eingesehen. Er hat versucht, sich in die Klasse einzufügen aber er hat es nicht so richtig geschafft. Hinter seinem Rücken reden sie schglecht über ihn. Sie tun ihm gegenüber zwar so, als wenn sie nett wären aber hinter seinem Rücken. 

Wir haben in Sozialkunde das mal bei einem Lehrer angesprochen. Es ist zwar ein gutes Gespräch geworden doch es hat sich nichts geändert.  

Dann haben wir noch einen Fall in der Klasse. Der Junge ist korpulent. Er wird gemobbt, weil er so stabil gebaut ist. Im Unterricht kommt er immer mit Beispielen von außen. Dann fangen die Mitschüler an zu stöhnen, geht das wieder los.

Er wird ziemlich brutal, wenn die anderen ihn ärgern. Die anderen wissen das inzwischen und provozieren ihn absichtlich, damit er ausrastet. Er zeigt das natürlich nicht nach außen, sondern spielt immer den Coolen.  

Wir sind 27 Schüler in der Klasse und  es gibt viele, viele Gruppen. Die wollen nicht miteinander und kennen sich auch nicht richtig. 

Bericht von Erik: 

Bei uns in der Klasse wird ein Junge ganz oft gemobbt. Den finden alle total doof. Die Schüler lassen sich an ihm aus, verprügeln ihn und ich war der einzige, der nicht mitgemacht hat. Dann dachten die anderen – ich wäre sein Freund – obwohl es nicht stimmte. Irgendwann kam es soweit, dass sie alle auf mich losgegangen sind. Da habe ich mir erst mal ein blaues Auge gefangen. Da gab es so einen Anführer in der Gruppe, mit dem habe ich mich in der Pause mal unterhalten und habe ihm meinen Standpunkt erklärt und wie ich das finde, was sie mit mir machen. Und komischerweise…. Hat der mich verstanden. Ich weiß nicht warum.  

Tatsächlich hat mich danach niemand mehr angefasst. Niemand hat mehr versucht, sich mit mir zu prügeln.  

Sarah: 

Das war in der vierten Klasse. Ich war zurückgestuft worden und musste einen Test wegen Lese-Rechtschreibschwäche schreiben. In der neuen Klasse haben sie das herausbekommen, dass ich LHS-Schülerin bin und da fingen sie an „ja du kannst nicht ordentlich schreiben….“ Die Lehrer haben das nicht mitbekommen. Obwohl das jetzt viele Jahre her ist, tut es mir immer noch weh und mir kommen die Tränen, wenn ich daran denken muss. Das ging bis zur 5. Klasse, da sind dann die meisten zum Gymnasium gegangen. Das war für mich die Rettung. Doch witzigerweise ist ein anderer Junge, der mich besonders traktiert hatte, inzwischen ebenfalls in meiner Realschulklasse. Er hat sich bei mir entschuldigt. Er hat mir erzählt, dass er nicht wollte, dass die anderen Schüler mitbekommen, dass ich ebenfalls so schlecht in der Schule war… Deswegen hätte er so auf mir herumgehackt, damit die anderen das nicht mit- bekommen.  

Ich will nicht, dass so etwas mit Anderen  gemacht wird, deswegen will ich Konfliktvermittlerin werden. Ich weiß, wie weh das tut.  

Einsatz in einer 7. Klasse

Bericht von Trainern

Es gibt zwei Mobbingfälle in dieser Klasse, wurde uns von der Schulsozialarbeiterin berichtet. Wir können am ersten Tag nur den einen Fall besprechen. 

Im Stuhlkreis fiel uns Tobias sofort auf. Er war ein hübscher Junge, modisch gekleidet und sein Gesicht wirkte frech und witzig.

Er war äußerst schlagfertig und kommentiert alles und jeden. Doch schon in den ersten zehn Minuten hatte er mindestens drei Mädchen aufs ärgste sexuell beleidigt. Er sprach in unflätigen Worten über Sex und die Mädchen beschwerten sich in dieser Gesprächsrunde, dass er sie in den Pausen laufend angrapschen würde, gemeine Dinge zu ihnen sagen würde

und mit den übelsten Perversionen drohen. Auch die Jungen empfanden Tobias als zu heftig. Er brachte in die Schule Pornovideos und Hefte mit, sie waren zwar neugierig aber auch angeekelt.  Würden sie nicht so reagieren, wie er das wollte, würde er sie schlagen, treten und ebenfalls an den Genitalien begrapschen.

Keiner wollte mehr mit ihm befreundet sein. Er stehe jetzt häufig alleine und auch beim Sport will ihn keiner in seiner Mannschaft haben, weil er zu aggressiv sei.  

Tobias suchte ununterbrochen Aufmerksamkeit. Er genoss die Situation, dass alle über ihn sprachen, schämte sich jedoch auch.  

Wir schlugen Module der Mediation vor: 

Ich arbeitete mit der Klasse an „Was wünschen wir uns von Tobias?“ und „was schätzen wir an Tobias“ natürlich kamen nur wenig Punkte. Doch wir bestehen darauf, dass die Schüler mindestens drei Punkte der Schätzung finden. Meine Kollegin hat in der Zwischenzeit mit Tobias

In einem anderen Raum  die gleichen Punkte erarbeitet „was wünsche ich mir von der Klasse“ und „was schätze ich an der Klasse“

Bei dieser Gelegenheit hat sie erfahren, dass Tobias zuhause sehr unglücklich ist. Er hat einen kleineren Bruder, der laufend vorgezogen und verwöhnt wird und er nur noch der Buhmann ist. Die Mutter sei ungerecht und würde ununterbrochen mit ihm schimpfen und ihn auch schlagen.

Die Pornofilme und Hefte hätte er von seinem Vater gestohlen, weil er glaubte, die Aufmerksamkeit der Jungen damit zu wecken. Er selber hätte schon häufiger heimlich Pornos gesehen und fände sie gut.  

In der Pause beobachteten wir, wie er einen Jungen aggressiv in eine Ecke drängte und von hinten eindeutige sexuelle Bewegungen an dem Jungen ausführte. Als wir ihn aufforderten, sofort damit aufzuhören, riss er einem Mädchen an den Haaren und zischte ihr etwas zu.  

Die Gruppen wurden nach der großen Pause wieder zusammengeführt und die auf Flippchart fixierten Wünsche und Aufwertungen von uns vorgelesen. Mit Tobias wurde ein Vertrag aufgesetzt, der zum Inhalt hatte, dass er versuchen wolle an drei Punkten der Wünsche an sich zu arbeiten. 

Wir erklärten ihm, dass wir in vier Wochen wiederkommen würden und die Kinder abfragen, ob eine Veränderung eingetreten sei. 

Wir vereinbarten mit den Schülern einen Regelkatalog, wie sie in Zukunft konfliktfreier miteinander umgehen.  Wir erklärten Tobias, dass wir mit nicht nur mit den  Pädagogen sondern auch mit seinen Eltern sprechen wollten. Ob er damit einverstanden sei. „Wir wollen Dir helfen“ erklärten wir dazu. Er erklärte sich einverstanden, bat aber eindringlich, nichts von der Wunschliste der Kinder zu erzählen und von den Pornovideos.  

Wir führten mehrere Folgegespräche mit der Schulsozialarbeiterin, dem Schulleiter, der Klassenlehrerin und da wir eindringlich gebeten wurden auch mehrmals mit den Eltern. Wir schilderten den Eltern, was wir wahrgenommen hätten, also beschränkten uns nur auf das, was wir als sonderbares Verhalten an Tobias beobachtet hatten. Wir empfahlen den Eltern, sich Hilfe von psychologischer Seite zu holen.  

Wichtig: Es wurde von uns nicht weiter gegeben, was wir von der Lehrerin, den Kindern und Tobias anvertraut bekommen haben.  

Vier Wochen später: 

(Wichtig: die schriftlichen Aufzeichnungen über Wünsche und Aufwertungen werden nicht in den Schulklassen belassen um den Betroffenen weitere Peinlichkeiten zu ersparen)  

Tobias wird inzwischen psychologisch betreut. Wir haben die Flippcharts mit den Wünschen der Klasse und der Wünschen von Tobias wieder mitgebracht und wollen von den Mitschülern und ihm hören – wie ist der Ist-Zustand?

Tatsächlich konnte mit einer Punkt-Abfrage der Schüler festgestellt werden, dass Tobias gelernt hat,  

  • keine sexuellen Beleidigungen mehr auszusprechen

  • keine sexuellen Übergriffe körperlicher Art mehr anwendet  

Die Punktabfrage zeigt ganz deutlich (pro Kind drei Punkte), dass Tobias weiterhin an sich arbeiten muss: 

  • Die Lehrer nicht immer zu beleidigen

  • Die Kinder nicht mit Schimpfnamen zu belegen

  • Nicht gleich zuzuschlagen, wenn ein Kind nicht so will, wie er 

Bei der Wunschliste von Tobias stellt sich heraus:

  • Die Kinder integrieren ihn auf dem Schulhof mehr

  • Die Kinder fragen ihn nach seiner Meinung 

Wir wollen uns an diesem Projekttag dem zweiten Mobbingfall in dieser Klasse zuwenden: 

Madeleine ist uns bereits am ersten Tag aufgefallen. Ganz alleine steht sie auf dem Schulhof, im Stuhlkreis sitzt keiner neben ihr. Sie ist sehr modisch gekleidet – vielleicht zu modisch. Ein sehr hübsches aber ruhiges und zartes Mädchen. Der Kopf verschwindet fast in den Schultern, so ängstlich sitzt sie manchmal.   

Die Mädchen äußern, dass Madeleine immer so zickig reagieren würde. Sie ist erst seit sechs Wochen in dieser Klasse. Keiner will mit ihr befreundet sein. Würde man sie nett ansprechen und sie etwas fragen, würde sie boshaft reagieren und sich wegdrehen. Außerdem glaube sie, dass sie etwas Besseres sei, sie käme schließlich aus der Stadt und wäre auf einem Gymnasium gewesen.  

Madeleine rennt weinend aus dem Klassenraum. IDie Mädchen winken nur ab „das macht sie dann immer so, die will nur auf sich aufmerksam machen“. Ich gehe zu ihr in den Waschraum. Sie weint lange vor sich hin. Ich versuche sie zu trösten und ermuntere sie, von sich und ihrem Kummer zu erzählen.

Wir stehen fast 15 Minuten, doch ich bin ganz ruhig, denn ich weiß, dass in der Zwischenzeit meine Cotrainerin mit der Klasse  andere Dinge bespricht. Die Zeit nehme ich mir also. 

Mit ganz leiser Stimme erzählt Madeleine ihre Leidensgeschichte: 

„Ihre Mutter hätte sich scheiden lassen vor zwei Jahren. Die Geschwister sind getrennt worden. Die Mutter hätte auch einen neuen Beruf ergriffen. Deswegen seien sie nun schon in den zwei Jahren fünf Mal umgezogen. Madeleine hatte keine einzige Freundin mehr und wusste auch nicht, wie und ob sie sie überhaupt neue Freundschaften suchen sollte, es könnte ja sein, dass die Mutter wieder wegziehen wollte. Sie bekäme alles, was sie sich wünscht von ihrer Mutter. Diese wollte sie mit modischer Kleidung über die Verluste hinweg trösten. In ihrer letzten Klasse hätte sie es noch ab und zu versucht,  sich mit einem Mädchen anzufreunden, doch da wurden Gerüchte über ihre Mutter verbreitet. Die Mädchen hätten sich von ihr abgesondert. Die Mutter wäre  wieder umgezogen, um ein neues Leben zu starten.  

Und da sie Angst davor hätte, dass die Mädchen sie in dieser Klasse zurückweisen könnten, würde sie oft so komisch reagieren. Sie sollten glauben, dass sie zu stolz sei – aber nicht, dass sie Angst habe. „ 

Ich lege den Arm um sie und frage, ob sie so weit sei, wieder in die Klasse zurückzukehren. Als sie nickt, frage ich sie, ob ich den anderen Mitschülern von ihren vielen Umzügen erzählen dürfe. Sie weiß nicht so recht. Sie hat eigentlich Angst – andererseits ist der Zustand unerträglich für sie geworden.

Schließlich erlaubt sie es mir. „Vielleicht ist es eine Chance“, sagt sie.  

Wir gehen zusammen in die Klasse. Ich bleibe bei ihr sitzen. Mit leiser eindringlicher Stimmer erzähle ich den Kindern, die sie natürlich neugierig anstarren, von den vielen Umzügen. Sofort bricht das eisige Schweigen. Die Kinder sind beschämt, schauen auf den Boden und die Klassensprecherin setzt sich neben sie und erklärt laut „das habe ich nicht gewusst. Ich möchte nicht in der Haut von Madeleine stecken. Ich habe meine ganze Kindheit in unserem Dorf verbracht. Ich kann sie jetzt gut verstehen.“ Sie schaut sie lieb an und entschuldigt sich bei ihr, dass sie geglaubt hätte, dass Madeleine arrogant wäre.  

Auch die anderen Mädchen ziehen mit. Madeleine hat ihre Chance…. 

5. Klasse Gymnasium

Bericht von Trainern

Anruf einer Lehrerin. Sven würde sich immer unbeliebter machen. Die Mitschüler drehen sich weg, wenn er in die Klasse kommt und zeigen ihm durch Gesten und Körperhaltung, dass sie ihn verachten.

Ich musste jetzt einschreiten, weil Sven bei mir im Sportunterricht aggressiv geworden. Er hat ein Mädchen geschubst und hat von mir einen Verweis bekommen. Er ist ziemlich kräftig und kann sich nicht bremsen. Ich habe von den Kindern und Eltern so nach und nach erfahren, dass er schon im Kindergarten auffällig war und in der Grundschule auch immer wieder Verweise bekam, weil er aggressiv wurde.  

Wir beratschlagen, dass unser Training angekündgt werden soll „was bedeutet Empathie?“ 

Als wir am vereinbarten Tag in den Klassenraum kommen, ist Sven nicht da. (Er hatte wohl geahnt, dass sein Fall besprochen werden könnte) Die Lehrerin erklärt, Sven hätte einen überraschenden Arzttermin.  

Wir sammeln von den Kindern, was Empathie bedeuten könne – erklären was Aggressionen sind und macten Übungen zu Körpersprache um ihnen zu zeigen, wie verletzend manche Köroperhaltung wirkt.  

Bei dieser Gelegenheit erzählen die Kinder von Sven und dass er so oft ausraste. Sie hätten Angst vor ihm. Wir bitten sie…nicht weiter über ihn zu erzählen, sondern zu warten, bis er ebenfalls dabei wäre.  

Tatsächlich kommt er schon nach zwei Stunden. Wir lassen ihn in den Stuhlkreis setzen und erklären ihm, was wir bereits gemacht haben, einige Kinder führen Körperhaltungen vor und erklären diese noch einmal, wir lassen den Begriff Empathie erklären und sprechen ihn dann direkt darauf an, dass die Kinder mit ihm ein Problem hätten.  

Er wird hochrot und nickt. Zieht den Kopf ein und erwartet Vorwürfe.. „Was sagt du dazu?“ sprechen wir ihn direkt an, um seine Sichtweise zu hören.

Zum Erstaunen aller entschuldigt er sich bei dem Mädchen. „Ich weiß dass ich nicht immer so aggressiv werden darf. Ich will daran arbeiten und mich bessern. Ich habe mich schon ein wenig gebessert. Früher in der Grundschule war ich brutaler. Meine Eltern reden ganz oft mit mir darüber. Ich muss wahrscheinlich zu einem Psychologen“. 

Eigentlich haben wir alle nicht mit dieser Einsicht gerechnet. Was hatte er wohl an dem Morgen klären und besprechen müssen. Er sitzt so beschämt, dass wir intuitiv keine Wunschliste der Kinder an Sven aufstellen lassen, sondern ihm und den Mitschülern die Übung „das warme Bad“ vorschlagen“.

Er lässt sich darauf ein, geht mit seinem Stuhl in die Mitte und wir leiten die Übung an. „Wir Erwachsenen fangen immer mit der Übung an und sagen etwas positives zu Sven. Er bedankt sich und rutscht mit seinem Stuhl so, dass jeder von Euch etwas positives zu ihm sagt und er sich bei Euch bedankt“.  

Die Mitschüler finden in dieser emotionsgeladenen Stimmung viele positive Dinge – und was uns alle erstaunt – Sven rutscht immer mehr in seinen Stuhl – wird immer verlegener und fängt schließlich an zu weinen. „Ich kann das gar nicht annehmen. So viel Gutes hat mir noch keiner gesagt. Bin ich wirklich so….?“ Einschließlich der Lehrerin und uns Erwachsenen hatten alle feuchte Augen bekommen.