Mobbing-Opfer

Warum das Opfer Mobbing nicht allein bewältigen kann. 

Bei großen Belastungen muss ein Mensch dies gut bewältigen können. Doch oft wirken die ehemaligen Bewältigungsstrategien nicht mehr. Opfer vereinsamen, reagieren unter Stress und reagieren plötzlich heftig und aggressiv. 

Genau diese Reaktionen werden für Täter und Lehrer als Beleg für die ablehnende Haltung der Schüler herangezogen. Dabei ist nur ein Kreislauf in Gang gekommen, der von außen unterbrochen werden muss. (siehe unter: 4 erprobte Methoden)

So können Mobbing-Opfer auf andere wirken:  

  • negative interpersonelle Fähigkeiten
  • kaum Problemlösefertigkeiten
  • ein negatives Selbstkonzept
  •  ein niedriges Selbstwertgefühl
  • sind nur in geringem Maße populär
  •  wenige Freunde
  •  Ängstlichkeit
  • Aggressionen
  • schnell aus der Ruhe zu bringen
  • körperliche Schwäche
  • niedrigen sozialen Status
  • depressive Symptome
  • psychosomatische Symptome
  • zurückgewiesenes Verhalten

Mobbing-Opfer werden sich meist folgendermaßen verhalten:

1. Spontane Reaktionen

Überraschung, Verblüffung, Sprachlosigkeit Wut, Ärger, Depression, Unsicherheit und Selbstzweifel

2. Bewältigungsversuch

  • aktive Gegenwehr, Angriffe zurückweisen, schreien
  • Versöhnungsversuche und Nachfragen „was habe ich Dir getan?“
  • außerhalb der Schule Anerkennung suchen
  • Versuche sich unterzuordnen, alles besonders richtig zu machen
  • Ignorieren und dickes Fell zulegen
  • Vermeidungsverhalten indem man dem Mobber aus dem Weg geht
  • Suche nach Unterstützung und Bestätigung
  • die Situation verlassen
  • aggressives, auffälliges Verhalten
  • Opfer werden zu Tätern

 3. Überforderung der Bewältigungsversuche

  • dauerhaftes Durchspielen der Situation, im Kreis denken und fühlen
  • Abbau der inneren Ressourcen
  • Hoffnung auf Lösung von außerhalb
  • Schwanken zwischen Selbstbehauptungswillen, Selbstzweifel und Angst

4. Psychosomatische Erkrankungen

  • Psychisches Unwohlsein
  • Psychosomatische Beschwerden, Dauerstress
  • Depression oder Obsession
  • Missbrauch von Medikamenten, Alkohol
  • posttraumatisches Stresssyndrom
  • krankheitsbedingte Schulunfähigkeit                   

Mobbing-Täter-Opfer

Es gibt auch die Gruppe der Jugendlichen, die mal Täter und mal Opfer sind - also beides in sich vereinigen.

Auch sie weisen wie die Mobbing-Opfer folgende Verhaltensweisen auf:

  • geringe soziale Akzeptanz
  • keine Freundschaften
  • negatives Selbstwertgefühl
  • Angst und Depression

Sie unterscheiden sich von den ausschließlichen Mobbing-Opfern durch:

  • Impulsivität
  • Hyperaktivität
  • höchst überreagierend
  • irritierendes Verhalten
  • Lese- und Rechtschreibschwäche
  • vielfältige psychische Probleme
  • gering ausgeprägtes prosoziales Verhalten

 

Quellen:

www.Bullying.de Katja Reschke und Tobias Hillman (2005)

Horst Kasper „Streber,Petzer,Sündenböcke „ AOL-Verlag (2000)