Um was geht es eigentlich bei dem Begriff Mobbing?

Mobbing ist ein Kunstwort. Abgeleitet aus dem Englischen.

"to mob" bedeutet: "über jemanden herfallen, anpöbeln, angreifen, attackieren."

Mobbing-Täter haben an einem bestimmten Punkt ein schwaches Selbstbewußtsein. Sie tanken sich an dem Gemobbten auf, um damit von ihren Defiziten abzulenken.

Marie-France Hirigoyen spricht in ihrem Buch „Seelische Gewalt im Alltag“ (S.151 ff) in Bezug auf Mobber von einer Perversion.

Das Wunschbild des Mobbers/Perversen ist, dass der andere „böse“ wird, was seine eigene Boshaftigkeit in den Normalzustand verwandeln würde.
Er versucht, dem anderen das zu injizieren, was in ihm selbst an Bosheit ist.
Verderben ist das oberste Ziel.
Es gibt keine größere Genugtuung, als wenn er das Objekt seines Angriffs dazu verführt, seinerseits zerstörerisch zu werden, oder wenn er gar mehrere Menschen dazu bringt, aufeinander loszugehen, sich gegenseitig zu zerfleischen.
Manchmal haben sie Erfolg und schaffen sich Verbündete, die sie aus ihren Grenzen herauslocken durch Äußerungen voller Spott und Mißachtung aller moralischen Werte. Die anderen nicht mitzureißen auf das Feld der Gewalt, ist für den Mobber/Perversen eine Schlappe; es ist folglich das einzige Mittel, die Ausbreitung des perversen Prozesses einzudämmen.

Obige Ausführungen treffen natürlich auf den Erwachsenenbereich zu.
Bei Jugendlichen kann noch nicht von Perversion gesprochen werden.