warum Anerkennung für das Team so wichtig ist, trotz allem

 
Thema: Die Wirkung von Anerkennung trotz Allem
 
Zitat: „Konzentrieren wir uns doch auf das, was wir wollen. Und nicht auf das, was schiefgelaufen ist.“ (Marshall B. Rosenberg)
 
Beispiel: Das kleine Team saß beisammen und schwieg. Sie blickten zu Boden, aus dem Fenster, an die Wände. Kein Lächeln, keine Scherze, keine gegenseitigen Aufmunterungen. Insgesamt 24 Teams hatten am Rennen teilgenommen.
Der Fahrer hatte beim Start die Maschine abgewürgt. Vom guten Platz in der ersten Startreihe fiel er dadurch ins Mittelfeld zurück. Dann kam der Regenschauer. Fast alle Teams hatten sich aufgrund der nahenden Gewitterwolken für Regenreifen entschieden. Auf seinen Slicks [profillose Reifen] fiel der Pilot in jeder Kurve etwas weiter zurück. Also ein ungeplanter Boxenstopp für den notwendigen Reifenwechsel in der nächsten Runde. Der Fahrer holt mit den Regenreifen etwas auf. Doch beim zweiten Boxenstopp: Der Schnellverschluss des Tankstutzens verkantet und klemmt. Statt etwa 30 Sekunden benötigt das Team eine ganze Minute. Und in der vorletzten Runde: Das Visier des Rennhelms löst sich und fliegt davon. Noch ein Stopp von 10 Sekunden. Letzter Platz.  
 
Der Team-Sponsor betrat die kleine Werkstatt und sagte Folgendes: „Wir sind 24. geworden. Das ist nicht das Ergebnis, von dem wir geträumt haben. Was mir gefallen hat ist Folgendes:
Ihr habt in der letzten Woche täglich 16 Stunden gearbeitet, um die Maschine perfekt vorzubereiten; Ihr habt Mut und gezeigt, als Ihr die Slicks montiert habt; Ihr habt trotz der kleinen Pannen weitergemacht, als ginge es um den 1. Platz…“
 
Der Team-Sponsor wendet sich dann einzeln an jedes Team-Mitglied und schildert, was er an jedem Einzelnen beobachtet hat, was derjenige in den letzten Tagen und Stunden beigetragen hat, um die besten Voraussetzungen zu schaffen, das Amateurteam für den Start neben den professionellen Werksteams fit zu machen.
 
Nach und nach tauschen die Teammitglieder Blicke untereinander aus, sehen sich wieder an. Es wird versucht, die Pannen zu erklären; Entschuldigungen werden ausgesprochen. Doch der Team-Sponsor unterbricht jedes Mal: „Still, die Analyse kommt später. Jetzt feiern wir, was gut geklappt hat.“      
 
Information: Wenn Menschen sich mit ihrer Arbeit und ihrem Unternehmen identifizieren können, ist das Bedürfnis zu einem gemeinsamen Erfolg beizutragen meistens sehr hoch. Wenn dann mal etwas schiefgeht sind ermahnende Worte wenig sinnvoll – die Frage ist eher, wie das Team wieder aufgemuntert werden kann, damit sich jeder erneut auf das Gelingen konzentrieren kann, statt mit sich oder den anderen zu hadern. Die ersten drei Schritte der Gewaltfreien Kommunikation – Beobachtung, Gefühl und Bedürfnis - eignen sich dafür ideal: Was mir „Positives“ aufgefallen ist, wie es mir damit geht und warum mir das wichtig ist.
 
Wochenaufgabe: Achten Sie darauf, Mitarbeitern für Geleistetes eine Wertschätzung auszusprechen – gerade dann, wenn das Traumergebnis noch nicht erreicht ist. Unterstützung, auch moralische, braucht man dann am Meisten, wenn es gerade nicht so gut läuft. 

Einige Beispiele aus dem betrieblichen Alltag:
 
Wenn ich sehe, wie Sie jeden Kunden mit einem Lächeln, einem Handschlag und persönlichen Worten begrüßen, dann bin ich sehr dankbar, weil diese dann schon mit einer offeneren Stimmung zu mir ins Büro kommen.
 
Mir hat die Teamleiterin berichtet, wie Sie im Konflikt mit Mitarbeiter X auch dessen Einwände berücksichtigt haben. Das hat mich sehr berührt, da ich den Teamzusammenhalt als eine der wichtigsten Voraussetzung für unseren Erfolg im Unternehmen ansehe.
 
Als gestern die Außenstelle gemeint hat, dass wir „ein Sauhaufen wären“, hat mich stark beeindruckt, wie Sie sagten: „Ihnen ist das strukturiertes Arbeiten wichtig, um unsere Zusammenarbeit so effektiv wie möglich zu gestalten?“ Und wie Sie dann unsere Arbeitsweise und Abteilung vertreten haben, indem Sie deutlich gemacht haben, wieso wir flexibel und spontan auf die Kundenaufträge zu reagieren haben und dies nicht immer vorzuplanen ist.